Trainingslager Gatteo a mare 16. -  23. Mai 2009

    Montag, 18.Mai 2009
    Tagesbericht 3. Tag 

    Heute legen wir die ersten 30 km ausnahmsweise im Auto zurück. Der Hotelportier Eugenio hat seine liebe Mühe unsere Fahrzeuge meist rückwärts aus dem total verstellten Hotelparkplatz zu lotsen. Es folgt dann eine nervige Fahrt auf der mehr als die Autobahn bevölkerten, im Morgenverkehr ebenfalls verstellten "Adriatica" nach Misano, wo wir bei www.oliviero.it abladen. Ein musst für Velofreaks oder Heiratswillige oder Voyeure, die sexy Unterwäsche bestaunen wollen. Hier gibt es alles für den Radler vom Schlauch für 2.50 bis zum Rennrad für 5000.- Euro. Dani - sein bestes Italienisch hervorkramend - erfährt sogleich von der Verkäuferin, dass sie selbst 14'000 km / Jahr mit dem Rennrad zurücklegt. Über die " Panoramica (siehe Foto) geht es im flottem Tempo rauf und runter von Gabicce Mare nach Pesaro, wo der Tökti den Täfelisprint gewinnt, weil es erstens bergab geht und er zweitens als einziger die Tafel mit der Ortsankündigung zu lesen vermochte; zu flott für Paul, der beschliesst in Pesaro umzukehren. Dies geht nicht ohne ausgiebige Verabschiedung - nach einigen Irrfahrten am Hafen - mit Cola und Piadina in einer Strandbar mit Ausblick auf die zu dieser Jahreszeit ersten Schönheiten mit knappen Zweiteiler.
    Dann geht's hinauf nach Urbino, eine Strecke, die ich 1991 zum letzten Mal gefahren bin, als es noch keine Industriezohnen, keine  40-Tönner, Superstradas und Kreisel gab, also noch ei Paradies für Velofahrer. Wer den Täfelisprinnt in dieser historischen Universitätsstadt gewonnen hat, weiss ich nicht, da der Schreiberling abgehängt als letzter vor dem Stadttor eintraf. Vor Kathedrale und Palazzo Ducale findet der Fototermin statt, immer wieder abgelenkt durch die Parade der Studentinnen, sommerlich bekleidet im Gegensatz zu unserer zu warm uniformierten Serviertochter - wie wir uns überzeugen konnten. Für die historischen Schönheiten bleibt keine Zeit mehr, aber es soll unter uns welche geben, die einmal ei Semester hier studieren wollen. Weiter geht's im Schumi-Express von Urbino zum Meer hinab, wo wir bei einer Geschwindikeitsanzeige -leuchte mit 50 km/h gemessen werden. Alles andere als im Schlafwagen hinterherfahren; ganz besonders die vielen Kreisel reissen das Gruppetto regelmässig auseinander, so dass sich jeder wieder einzeln an Schumi herankämpfen muss. Bei Aufstieg nach Tavullia wirkt auch beim Tökti kein Kügeli mehr dafür die zum Frühstück verzehrten Feigen: Es heisst austreten beim Friedhof vom Presidente mit dem nötigsten versorgt.
    Zurück in Misano treffen wir Paul wieder, der sich dank seinem bewährten Sekundenschlaf wieder prächtig erholt hat. Dann heisst es wieder wie jeden Abend: Angesagt 100 km, gefahren 120 km, Differenz 20 km.
    Heute habe ich auch den einzigen Regentropfen dieser Woche verspürt; er war zwar nicht ganz zu unterscheiden von den vielen Schweisstropfen.
    Der Abend zurück im Hotel Capitol ist schnell erzählt: Osso buco, der extra für den dottore bereitgestellte Weisswein nicht mehr kühl, weil zu spät gekommen, dann Bier oder Grappa morbida zu "weisch-no-Gesprächen".

    Zum Schluss zwei Gedanken zu dieser Woche:

    1) In welcher Sportart ausser dem Velofahren ist es möglich vom 35 bis zum 70-Jährigen gemeinsam ein gutes Training zu absolvieren.
    2) Es geht eben nichts über eine schöne Männerfreundschaft.

    Tökti

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