Trainingslager Gatteo a Mare

    Tagesberichte 

    Samstag 24. Mai – Anreisetag 

    Sicher pilotiert von Gloggi und Alex erreichen wir in Rekordzeit von 7 Stunden das Hotel Capitol in Gatteo Mare. Zwei Stunden später sind die Piloten Urs, Hand N., Richi, Peter und ich schon im Sattel bei schönem Wetter und 28 Grad Celsius. Il presidente und Hans B führen inzwischen Vreni, Ursi 1 und Ursi 2 durchs Damenprogramm.
    Über Saviano, Poggio Berni geht es flott nach Ponte Verrucchio. Von dort geht es auf strada pedalabile ins 300m hoch gelegene Städtchen Verrucchio hinauf. Das Castello Malatestiana lassen wir rechts liegen, weil es uns auf den wunderschönen Platz von Sant‘ Arcangelo zieht, wo wir vor der Bar Centrale mit Blick auf den Triumphbogen mit der Inschrift Pontifex Maximus (Quizfrage des heutigen Tages – es werden noch weitere folgen – wer war dieser Herr?) den Radler/Cola/Espressohalt machen. Auf dem 15 km langen, flachen Heimweg gibt’s die übliche Rupferei. 
    Es folgt der vom Hotel offerierte Prosecco del benvenuto, der umgehend den Veilchen vor dem Hotel weitergereicht wird. Das Nachtessen ist wie gewohnt reichhaltig per tutti i gust. Da scheint es fast unverständlich, dass der Schreiberling sich mit 5 Teller cozze – den letzten lässt er sich diskret von Glöggli füllen – abspeisen lässt. Alle denken am nächsten Tag einen Magen-Darmkranken dottore vorzufinden, aber dieser hat mit due Grappe „prime uve“ für die nötige Desinfektion gesorgt. Ob er das auch an der Universität gelernt hat? 
    Abschliessend sei noch meine Neuentdeckung beim dritten Mal Gatteo erwähnt. Dieser Ort besteht eben nicht nur aus den Nove Colli, sondern man kann auch Fernfahrten unternehmen: Nach 120 km bist Du der Küste entlang in Ancona unten oder Ferrara oben. Dort kannst Du die Ferrovie dello Stato für die Heimfahrt benutzen; im Veloabteil haben 10 Radl Platz und die Zweitklass-Sitze schienen uns noch nie so bequem zu sein.
    En guete Sommer     Tökti

     

    Montag, 26.Mai 2014 - Cappuccino unterwegs mit Hans „il Primo“ 

    Wie bei der diesjährigen Tour de Suisse, nahmen auch wir die Königsetappe bereits am 2. Tag des Trainingslagers 2014 in Gatteo a Mare unter die Räder!
    An diesem Tag führte uns die von Hans geplante Tour von Gatteo a Mare über Savignano nach Borghi  und dann hinauf nach  Sogliano und Strigara . Die Strassenführung auf der Höhe der Krete ist mitnichten nur erholsam, sondern immer wieder gibt’s Gegensteigungen, welche in die Oberschenkel fahren! Dafür wird man belohnt von einer umwerfenden Aussicht  rechts und links ins Tal. Man sieht Getreidefelder, Olivenhaine, Blumenfelder und weit in der Ferne ganz schwach noch den Turm von Cesennatico.
    Die Abfahrt nach Montegelli ist rasant und kurvig wie ein Schweizerpass.

    Im Tal, in Borello, warteten wir bei einem Sandwich mit Coci oder Bici auf die Espressogruppe. Diese machte an diesem Tag eine erweiterte Tour über Pieve di Rivoscho ( uno dei „Novecolli“) nach Borello.

    Auf  der Heimfahrt über San Carlo fuhren wir mit Hans „il Primo“ und Hans Iselin an der Spitze durchs paradiesisch schöne Tälchen nach Cesena.
    Hans Iselin führte uns gekonnt durch den Wirrwarr der Strassen der Altstadt von Cesena. Über Ruffio, Sala erreichten wir nach 90 km unser Hotel Capitol in Gatteo a Mare. Die Königsetappe erfolgreich absolviert zu haben erfüllte uns mit Stolz  und liess uns vorwärts schauen auf weitere zu erwartende wunderschöne Touren.

    Hans „il Primo“ danke ich bei dieser Gelegenheit im Namen aller Cappuccinofahrerinnen ganz herzlich für  die kompetente und umsichtige Leitung unserer Velogruppe! Jede Ausfahrt war sorgfältig ausgesucht und die Geschwindigkeit unserem Können angepasst! Noch so gerne wieder nächstes Jahr.... , gäll Hans!!! 

    Ursi Schuhmacher

     

     

    Mittwoch, 28. Mai 2014

    Während dem man sich in den ersten Tagen absprach und versammelte, flogen die Formationen heute etwas wilder durcheinander. Einige starteten bereits um 09:30 Uhr und nicht wie üblich um 10:00 Uhr. Deren Tour führte offenbar nach Süden, über die berühmte Panoramica von Gabicce Mare nach Pesaro und noch weiter Richtung Pescara. Für die Rückkehr nach Gatteo a Mare reichten dann die Körner nicht mehr, was bei der Distanz verständlich ist. Mit dem Zug ging es zurück zum Brotkorb.
    Einige, darunter auch der Schreibende, schlossen sich der Gruppe „Cappuccino“ von Hans Neukomm an. Er führte uns auf bekannt kompetente Weise durch das Hinterland im Dreieck Gatteo – Cesena – Cervia. Leider wurde uns hier wieder einmal die schlechteste Seite der italienischen Staatswirtschaft vorgeführt: hundslausige Strassen. Wir meisterten sie aber alle und konnten in Cervia zwischenlanden. Zweimal durften wir in Strandnähe Kanäle mit dem Floss überqueren. Nach einem obligaten Besuch beim Pantani-Denkmal in Cesenatico fuhren wir nochmals zurück an den Kanal. Hans Neukomm wollte uns die wunderschönen alten Schiffe zeigen, die dort wie in einem Museum aufgereiht sind.
    Als hätten wir einen Treffpunkt vereinbart – nein, sogar besser und pünktlicher – trafen wir dort die beiden Ursis zum Kaffee.
    Der Wetterteufel begleitete uns während der ganzen Fahrt, traute sich aber nicht, unserem Leiter Hans den Schwanz zwischen die Speichen zu klemmen. „Attenzione, si il diavolo ci mette la coda…!“

    Es ist erstaunlich, wie viele alte Villen an bester Strandlage einfach zerfallen. Niemand will die Kosten für die Restauration und den Unterhalt übernehmen. Auch ein Armutszeugnis für eine kulturell so verwöhnte Gegend. Wenn es uns heute verwehrt ist, das aufrecht zu erhalten, was unsere Grossväter vor 80 Jahren erschufen, dann zeigt die Linie einer wichtigen Statistik nach unten; schade!!

    Am Abend trafen wir uns alle wieder beim Apéro und nachher im Speisesaal, wo wir die Batterien wieder aufladen konnten – und wie…..!! 

    Bruno Schuhmacher

     

     

    Donnerstag  29. Mai 2014 

    Fahrzeit: 2:33 h
    Wegstrecke, 45.37 km
    Höhenmeter: 1099 Meter  

    Liebe VCA-Clubmitglieder 

    Die Gegend um Gatteo Mare und im Nuove Colli-Gebiet ist ein ausgezeichnetes Trainingsgebiet. Von unserem Hotel aus fährt man ca. 30 - 40 Minuten bis ins Hinterland.

    Dann öffnet sich das Tal in eine hügelige Landschaft. Diese Hügel sind in den meisten Fällen mit Kornfeldern und blumigen Wiesen überzogen. Es ist mit Worten kaum zu beschreiben - ausser man ist eben im Trainingslager dabei und sieht das in Natura. Und so hat es mich magisch dorthin gezogen: Ich habe mich also von der Gruppe abgemeldet, nahm mein vierrädriges (!) Vehikel und fuhr ins Hinterland. 
    Ich bin einen halben Tag bergauf und bergab in die verschiedenen Seitentäler gefahren. Die Strecke führte von Ponte Uso nach Secchiano, dann wieder zurück auf der gleichen Route. Anschliessend gings bis zum höchsten Punkt Rontagnano. Dieser liegt auf 550 Meter ü.M. Wunderschöne Panoramastrecke! Dann ging es 5 Kilometer weiter, nochmals bis Ponte Uso und zum Schluss noch bis Sogliano al Rubicone. Und siehe da: wer war auch da?? Es waren meine Kollegen von Adliswil, die es ebenfalls ins Hinterland zog. Natürlich nicht wegen mir…. sondern wegen den hügeligen, kurvenreichen Nuove Collis.
    Nach getaner Arbeit sah ich mich gezwungen, in einer gemütlichen Trattoria einzukehren, wo ich einen Teller Spaghetti genoss. Echt italienisch! 
    Die Kombination Meer und hügelige Landschaft macht jedem Velofahrer Freude, wieder zurückzukommen. Damit er sich am Strand wieder erholen kann, ob mit Liegen oder Schwimmen sei jedem selber überlassen. Dabei ist aber zu sagen, dass die schlechten Strassen vom Meer aus bis ins Hinterland (ca 15 km) keine Freude bereiten. So ist es halt im Leben: Freude und Leid liegen nahe beisammen. 

    Eurer Radsportkollege

    Urs Gretsch

     

    weisch no .......... Rückblick

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