Berichte von unseren Mitgliedern

     

    Berneroberland 2 Tages Tour
    4. und 5. September 2010

    5 Adliswiler Gümmeler und 1Begleitfrau fanden sich am Samstag-Morgen um 06.45 beim Schulhaus Kopfholz zur BO-Tour ein.




    Dani+Yvonne Brunner, Migi Schweizer im einen Auto und Werner Glogger, Alex Tolentino und Ruppi im andern starteten mit kleiner Verspätung (Alex war in Wollishofen noch durch eine Verkehrskontrolle aufgehalten worden)zur Fahrt nach Leissigen (575 müM) am Thunersee, wo wir auf unseren Tourenleiter Ernst Brunner (Bruder von Dani) treffen werden. Wir konnten im Restaurant Kreuz in Ruhe noch einen „Znüni-Kaffe mit Gipfeli geniessen.

    Kurz nach der Ankunft von Ernst fuhren wir dann zum Parkplatz an der Hauptstrasse nach Interlaken wo wir die Velos startklar machten, um kurz nach 10 Uhr die Tour in Richtung grosse Scheidegg (1962 müM) in Angriff nahmen. Nach einer kurzen Fahrt im Schatten kamen wir in Richtung Interlaken immer mehr an die Sonne. Vorbei an den berühmten Hotels und Promenaden am Jungfraupark führte die Strass bald einmal in die Höhen nach Goldswil und Ringgenberg(602 müM). In gemütlichem Tempo erreichten wir die Ortstafel von Brienz wo wir am See nach der P-Pause ein paar Fotos machten. Nach Brienz bogen wir dann  auf den Radweg ein der uns über Unterbach-Unterheid-Balm-Reichenbach-Willigen an die Abzweigung bei Lammi (706 müM) führte. In Reichenbach fielen uns dann die Schilder „Red Bull Alpenbrevet“ auf und wir meinten das wäre eine Radtourismus-Veranstaltung, bis wir merkten, dass dies eine Auto-Oldtimer-Tour auf dem gleichen Weg wie wir in die Höhe strebten—Oh weh ! Das kann ja heiter werden. Sobald die Steigung (16 km bis hinauf auf die Grosse Scheidegg) in Richtung Schwarzwaldalp-Rosenlaui begann, da kamen uns auch schon die ersten Auto’s entgegen und hinterher. Es gab ein paar …spassige… Kreuzungen von Auto‘ + Velo’s. Wir verhielten uns aber an das Sprichwort: …de Gschiieder git no….Neben uns tosten die Reichenbach-Fälle vom Berg herunter. Bei der Höhe“Zwirgi“ (ca. 1‘000 müM) liessen wir die Gruppe wieder zusammenkommen. Bis Schönenboden (1‘223 müM) gab‘s dann wieder ein steileres Stück. Unterwegs entdeckte ich am Reichenbach eine Kamera senkrecht über dem Wasser. Das musste eine Warnung für ein Anschwellen des Wasserstandes sein. Die elektrische Energie empfing sie von Sonnenkollektoren. Das Tal heisst übrigens „Rychenbachtal“, der Rychenbach plätschert manchmal links, manchmal rechts an uns vorbei.

    Auch berühmte dichter wie Goethe und Sir Arthur Conan Doyle fanden in dieser wunderschönen Bergwelt die Musse für ihre grossen Werke. Der englische Dichter liess in den Reichenbachfällen seinen Romanhelden „Sherlock Holmes“ sterben.

    In der Gschwandtenmad einer kurzen Phase ohne Steigungen kam die Gruppe wieder etwas zusammen, bevor wir die letzte Teilstrecke in angriff nahmen.

    Bald einmal erreichten wir die Rosenlaui (1‘328 müM) die kleinste Ortschaft  der Schweiz, sie gehört zur Gemeinde Schattenhalb, wie auch die übrigen Weiler Region. Fälschlicherweise wir das Tal auch etwa das Rosenlauital genannt. Leider mussten wir uns sehr auf die teilweise sehr steile Alpstrasse, Wanderer und „Oldtimer-Auto’s“ konzentrieren, so dass der Blick auf die phänomenale Bergwelt um uns herum zu kurz kam.

    Darum erwähne ich nur ein paar der Gipfel die alle so um 2‘500 – 2‘900 müM Höhe aufweisen. Wie klein wir uns doch in dieser Felsenpracht vorkamen.

    Auf der linken Seite waren da die 5 Engelhörner, 2 Wellhörner dann ganz zuoberst abgeschlossen vom mächtigen Wetterhorn.

    Auf der rechten Seite hiessen die höchsten Berge: Tschingel-Schöniwang-Schrybershörnli(?)zuoberst das Schwarzhorn mit dem vorgelagerten Gemschberg.

    Auf der grossen Scheidegg konnten wir weiter südlich links einen Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau werfen. Rechts von unserer Route in Richtung Thunersee hiessen die höchsten Gipfel Faulhorn-Loucherhorn und Schynige Platte.

    Wie gesagt sind diese Namen ein Bruchteil der imposanten Gipfel dieser Region. Weitere Beschreibungen würden den Rahmen dieses Tourenberichtes sprengen. Im Internet gibt’s Seitenweise Reiseberichte von dieser Gegend.

    Die nächste Rampe neben der Rosenlauischlucht, vorbei an Broch brachte uns zur Schwarzwaldalp-Hütte (1‘454 müM).Die Schwarzwaldalp gehört eigenartigerweise zur Gemeinde Meiringen. Auto’s dürfen normalerweise nur bis hierher fahren, aber eben ausgerechnet heute durften die ganzen alten „Stinkviecher“ den gleichen Weg bis ganz nach oben fahren. Ab hier waren es noch 6 km bis zur Passhöhe. Schwandboden – Alpiglen – Chalberboden waren die nächsten Gelände-Punkte der Strecke, die ein paar giftig bis zu 20% steile Rampen enthielten. Bei Alpiglen (1690 müM) erreichten wir dann die Alp Scheidegg und es wurde etwas weniger steil, aber immer noch 10%. Zwei Kehren weiter ober sah ich Dani und Werni vorbeiradeln, sie kämpften nur noch um den zweiten Rang, den Bergpreis hat Alex souverän abgeholt. Die Zuschauer und Streckenposten nahmen zu und bald einmal erreichten wir die ersten Ausstellplätze der „Oldtimer“ nach meinem Tacho waren es noch 1,5km und bereits waren die ersten Häuser und Fahnen der Scheidegg zu sehen, die Strasse machte in einer Mulde nochmals einen gewaltigen Bogen und die letzten 200m waren dann nochmals recht Steil. Der Wind nahm zu und daran merkte ich dass die Passhöhe da sein musste. Dann war es geschafft ! Wir hatten unser Bergziel auf 1‘962 müM erreicht.

    Zum Glück gab es auch noch ein paar wärmende Sonnenstrahlen. Nach dem Umziehen war Mittagsverpflegung angesagt, aber leider nicht auf der schönen Terrasse des Berggasthauses---die war nämlich für den Tross des „Oldtimer-Ralleyes“ reserviert-sondern in dem für „Ottos Normalos“ aufgestellten Bewirtungszelt unser Tourenleiter Dani war schön hässig, er beruhigte sich aber bald wieder als unsere Verpflegung serviert wurde. Kurze Zeit später gab’s dann noch ein Gipfelfoto in den warmen Kleidern und wir mussten die Abfahrt antreten bevor sich die „ Stinkviecher“ nach unten verschieben wollten. Bereits  nach den ersten steilen Kehren in Richtung Grindelwald tauchten die ersten Postautos auf die Ausflügler von der Gr.Scheidegg runterholen wollen. Relativ rasch erreichten wie ersten Häuser von G. auf und wir mussten nochmals ein paar Blicke auf die schöne Bergwelt werfen. Beim Hotel Wetterhorn schloss die Gruppe wieder zusammen und in flottem Tempo ging’s im Tal der schwarzen Lütschine in Richtung Thunersee. Ab dem Dorf Zweilütschinen (zusammenfliessen der weissen und schwarzen Lütschine) heisst der Fluss nur noch „Lütschine“

    Da stampfst Du zwei Stunden lang bis auf rund 2‘000müM und in einer knappen ½ Stunde erreichst schon wieder die Ebene. Zielsicher lenkt Ernst die Gruppe vor Interlaken wieder auf die Route nach Leissigen wo wir kurz nach 15.30 Uhr bereits die Velo’s verladen abfahrbereit nach Adelboden waren. Auf dem Tacho hatte ich 93 km und 1‘677 Hm. Nach 35km mit dem Auto (das wäre mit dem Velo eine happige Sache geworden !) erreichten wir das Bergdorf und standen sogleich vor unserem Nachtquartier der „Pizzeria Bodehüttli“. Nicht vergessen möchte ich das Berpanorama, das sich rund um den Talkessel von Adelboden 1‘353 müM auftürmt.

    Im Süden überstrahlt der Wildstrubel mit seinem beleuchteten Wasser-Fall auf die Engstligenalp alles. Im Westen türmen sich der Hohniesen – die Männlifluh – Gsür – das Albrist und Seewlehorn und im Osten machen das Elsighorn- der Bonderenspitz der Lohner und das Tschingellochtighorn die Galerie komplett---alles Berge über 2‘300müM.

    Den „Apéro“ gab’s auf der Terasse von Dani’s Elternhaus, wo Yvonne und Dani’s Mutter uns mit einem kühlen Bier erwarteten. Allgemeines Staunen über den Fitness-Stand von Mutter Brunner, 85-jährig, die Ihr Haus und Garten praktisch allein im Schuss hält. Das Haus steht übrigens in unmittelbarer Nähe des Zieleschusses der Adelbodner Weltcupski-Rennen. Mittlerweile waren noch weitere Geschwister von Dani Brunner eingetroffen, die natürlich an das Adelbodner-Fest gingen.

    Wieder ein Stunde später war dann Zimmerbezug angesagt und um 19.30 sassen wir am Tisch im Bodehüttli bei einem vorzüglichen Nachtessen. Die Gebrüder Brunner wussten natürlich allerlei aus der Gegend zu erzählen—sogar der Bundes-Ueli sei heute in Adelboden an der Jubiläumsfeier als Redner zu Gast (er ist ja bekanntlich Bürger des Bergdorfes !) nach dem üppigen Essen zog es uns für einen Verdauungs-Spaziergang in Richtung Dorfzentrum ; es wäre aber noch ½ Std. mehr gewesen, so dass wir zum „Absacker“ ins „Bodehüttli“ umkehrten. Wir erfuhren so allerhand über das Tal, die Bewohner und die felsige nähere und weitere  Umgebung. Gottseidank war dann die Morgenessen-Ansage nicht schon um 7 Uhr, wie der Werni das wollte, sondern erst um 8 Uhr !

    Um 9 Uhr starteten wir dann wieder mit den Autos in Richtung Spiez wo wir bei einem weiteren  Bruder von Dani uns seiner Frau Marlies Halt machten und die Velo’s abluden. Die Sonntags-Tour sollte uns um den Thunersee und ins Stockental führen. Nachher waren wir zu einer „Jausen“ bei Brunner’s eingeladen.

    Kurz nach 10 Uhr starteten wir dann zur geplanten Velotour unter der bereits bewährten Führung vom Ernst. Zuerst ging‘s neben der Hauptstrasse auf Radwegen in  Richtung Interlaken um dann rechtzeitig auf die Nordseite des Thunersee’s abzuschwenken. Hinauf nach Sundlauenen schaltete dann Werni einmal mehr seine „Nähmaschine“ um dann etwas retour zu schalten als niemand auf sein Tempo einstieg. Weiter ging die zügige Fahrt vorbei an der Beatenbucht-Merligen-Gunten, bis uns Dani im Raume Oberhofen/Hinterfingen an den See hinunter lotste. Ueber ein „Hundebrüggli“ führte der Weg direkt an den See. Wunderschöner Ort um ein Foto zu schiessen und die Bekanntschaft von Johanna Cipriani einer ansässigen Dichterin zu machen. Eine gepflegte Erscheinung ganz in gelb mit grossem Hut. Sie stellte uns dann gleich Ihre neuesten Werk vor (Im Zug ins Wallis oder Einsichtsvolle Aussichten) nach diesem literarischen Zwischenhalt schalteten wir dann im Hotel ( irgendein italienischer Name, denn ichverschwitzt habe ! ) wirklich eine Znünipause (ohne Gipfel—das war dann der Gipfel !) direkt am See über dem Wasser ein. Das obligate Foto durfte natürlich nicht fehlen bevor die Fahrt mitten durch Thun hindurch weiter ging. vorbei an der Seebühne-Militärareal in Richtung Allmendingen-hinauf nach Amsoldingen und nach Oberstocken. Eine wunderschöne Landschaft am Nordhang des Niesen mit einigen kurzen Steigungen erwartete uns. Nach dem Zwieselberg kamen wir nach einer rassigen Abfahrt nach Reutigen um sogleich die nächste Steigung nach Wimmis zu erklimmen. Nun kam der Ernst wieder zum Zug indem er uns auf verschlungenen Radwegen in Richtung Talstation der Niesenbahn und Mülenen führte. Das war der südlichste Punkt unserer sonntäglichen Ausfahrt. In zügigem Tempo gings zuerst nach Emdthal hinauf und dann rassig nach Spiez hinunter wo die „Jause“ bei Köbi und Marlies auf uns wartete. Tachostand : 73 km 679 Hm.

    Apropos Jause Sie entpuppte sich als währschaftes Grillfest mit allem Drum und Dran und brachte den Fahrplan von Werni arg durcheinander…….am 4i sötte mier dänn öppe abfahre…..So wurde dann die Abfahrt auf ca. 17 Uhr nachverschoben. Wir alle genossen die Gastfreundschaft von Köbi und Marlies im romantischen Baumgarten hinter dem Haus. Vielen ,vielen Dank !

    Es gäbe noch viel mehr über diese zwei schönen Tage in dieser wunderschönen Landschaft + Bergwelt zu erzählen, aber ich bin ja nicht ein Romanschriftsteller sondern berichte einfach von einer top organisierten Zweitages-Tour. Noch eine Seite mehr würde den Rahmen diese Erlebnis-Berichtes wirklich sprengen !

    Schade war aus meiner Sicht nur, dass nicht mehr Adliswiler mit dabei sein konnten!

    Wir durften schöne Orte bei äusserst gastfreundlichen Leuten aus dem Stamm der „Brunder’s“ geniessen und zwischendurch auch noch etwas Velofahren. Die Brunner-Familie soll ja im Ursprung von den rauen Schweden abstammen, die im Mittelalter den Talkessel von Adelboden eingewandert sein sollen.?!

    Vielen herzlichen Dank an Dani und Yvonne und Dani‘s Geschwister, im Besondern an den Tourenleiter Ernst. 

    Zürich-Leimbach, im September 2010                                                                 Euer Ruppi

     

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