Berichte von unseren Mitgliedern

     

    Offene Rennbahn

    24. Juli 2012                                                                        Bericht: Dani Brunner              

     „Chunnsch morn Aabig au uf Oerlike use“ fragte mich die allen bestens bekannte Stimme der VCA-Combox am Telefon – „es chömet no e paar, wo Du au guet kännsch‘, zudem isch es e schpezielle Aabig, g’sehsch es dänn“. „Okey  machet-mer, an sibni bi der Kasse“ wurde vereinbart.

    Es war tatsächlich ein spezieller Abend, die Tribüne praktisch voll besetzt und die Kolonnen zu den Verpflegungsständen entsprechend lang. Trotzdem wurde der Abend mit einer feinen Bratwurst und einem kühlen Bier eröffnet; die Wartezeit konnte mit Plaudern und Programmstudium verkürzt werden.

    Letzteres war tatsächlich vielversprechend: Die Bahnfahrer/innen massen sich in den Disziplinen Scratch, Ausscheidungs- und Punktefahren, dann waren noch sechs Steherpaare mit bekannten Namen, u.a. Atzeni/Luginbühl. Leider war es nicht möglich, ein gutes Föteli dieser Craks zu schiessen, sie fuhren einfach zu schnell!

    Unter dem Namen „Indianapolis Oerlikon 2012“ wurden den Zuschauern eine Vielzahl von Oldtimer Rennmaschinen, Motorräder, Gespanne (Seitenwagen) und Rennwagen präsentiert. Das älteste Fahrzeug war ein Motorrad Indian Boardtracker 1924/25 (600 ccm, 20 PS). Unter den „Piloten“ waren zwei Adliswiler, nämlich Bruno Syfrig auf dem Gespann Buick Indianapolis Indi Racer 1930 (3800 ccm, 140 PS) und Ruedi Stopp (Ruckstuhl Garage) mit seinem Amilcar CG Kompressor aus dem Jahr 1927 (1100 ccm, ü. 100 PS). Ein weiterer Sihltaler, Fredi Bossert aus Langnau a.A. stellte sein wassergekühltes 2-Takt-Motorrad aus dem Jahr 1929 vor, ein Scott Flying Squirrel (600 ccm, 30 PS).

    Als Special Guests waren drei bekannte Namen aufgeführt, nämlich Luigi Taveri (dreifacher Weltmeister 1962, 64 und 66), Bruno Kneubühler (GP-Fahrer 1969-1989) und der Youngster Randy Krummenacher (z.Zt. in den Top-3 der erfolgreichsten CH GP-Fahrer).

    Ein Special Guest war im Programm nicht aufgeführt und – um somit endlich zum Titel dieses Berichtes zu kommen – dieser Gast, seit Jahren und heute noch Mitglied des VCA,  wurde im Februar dieses Jahres durch unseren Presidente an seinem heutigen Wohnort in Thailand besucht (s. Bericht in den VCA-Clubnachrichten 1/2012). Es war ein ehemals „Wahnsinniger“, welcher u.a. als Triathlet seine körperliche Leistungsfähigkeit unter Beweis stellte. In den späteren, etwas ruhigeren Jahren hatte er bis zu seiner Ausreise öfters an VCA-Ausfahrten teilgenommen. Seine speziellen Merkmale waren ein kleines Rückspieglein am Velohelm und seine „special“- aerodynamische Haltung bei Abfahrten (= meistens eine Hand auf dem Rücken….. und passiert ist meines Wissens nie etwas… (!).

    Nun war also René Bacchi wieder einmal zu Besuch in der Schweiz und -  ausgerechnet am besagten Abend -  zusammen mit Bruno und Ursi Schuhmacher ebenfalls auf der offenen Rennbahn! Mit grossem Staunen und herzlichem Händedruck wurde er begrüsst und dabei festgestellt, dass er sich praktisch nicht verändert und sich „guet g’haltä hät“. Dasselbe hoffe ich natürlich auch für seine sympathische Frau Prajat,  genannt „Pung“ und deren Kinder (der Sohn von Prajat war auch aktives VCA-Mitglied). Wir plauderten über frühere Zeiten (seine jetzige wurde ja im Artikel von Bruno Schumacher sehr gut beschrieben) und freuten uns an den diversen „weisch no dänn – oder „chasch di no erinnere, wo du ufem Sattel obe iis-chalti Füess g’haa häsch….“.

     Nachdem das Wiedersehen fotografisch festgehalten war, widmeten wir uns etwas mehr dem Geschehen auf dem Betonoval. Schliesslich begaben Edi und ich uns noch in den Innenraum, in welchem die vielen Fahrzeuge aus nächster Nähe betrachtet und begutachtet werden konnten. Beim späteren Tschüss-Sagen hoffte ich, dass der mittlerweile „verschwundene“ Edi wieder auftauche; dies war  jedoch nicht der Fall.

    Wollen wir dafür hoffen, dass die offene Rennbahn noch viele Jahre bestehen bleibt, die Pläne für einen Abriss möglichst tief gelagert werden oder am besten – wie Edi an jenem Abend – verschwunden bleiben.

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